Abschied nehmen...

Abschied nehmen zu müssen von einem geliebten Menschen, ist wohl eine der schwersten Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen. Zu begreifen, dass
es ein Abschied für immer ist, fällt schwer, wenn man sich nicht selbst davon überzeugen kann. Es ist daher besonders wichtig, die Möglichkeit zu bekommen, jemandem ein letztes Mal gegenüberzustehen, zu sehen, welch entspannte Züge ein vielleicht von Leid geplagter Körper zeigen kann, oder sich einfach nur
davon zu überzeugen, wie würdevoll jemanden die ausgesuchte Kleidung steht.
Es sollte aber niemand gegen seinen Willen überredet werden, einen letzten Blick zu wagen. Manchmal ist die Erinnerung an die letzte Begegnung zu Lebzeiten
viel wichtiger als die harte Wahrheit. Die Entscheidung, an einem Abschiedstreffen teilzunehmen, sollte jeder für sich treffen.

Wir ermöglichen grundsätzlich Abschiedstreffen in der Leichenhalle, wobei örtliche Besonderheiten zu berücksichtigen sind. So können die Angehörigen für einige Friedhöfe den Schlüssel für die Abschiedskammer bekommen und somit jederzeit und unabhängig die Räumlichkeiten aufsuchen. Auf Wunsch kommt aber auch einer von uns zu dem vereinbarten Treffen, wie es für andere Friedhöfe sowieso erforderlich ist.

Oft wird der Abschied schon am Sterbeort genommen. Vielleicht war jemand aus der Familie dabei, als der letzte Atemzug getan war, oder im eigenen Schlafzimmer sprach die versammelte Familie (eventuell zusammen mit dem Pastor) ein letztes Gebet. Vielleicht half auch die Schwester im Krankenhaus, das Endgültige zu begreifen, oder gemeinsam mit der ambulanten Pflegerin wurde die schönste Kleidung angezogen.
Nicht immer kann zum Abschiedstreffen geraten werden. In Zweifelsfällen müssen wir über Möglichkeiten sprechen.

Die Trauerfeier...

..wird meist in bewährten Form mit dem blumengeschmückten Sarg (oder Urne) und feierlich mit Kränzen, Gestecken und Kerzen dekoriertem Umfeld, je nach Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft und örtlichen Gegebenheiten in einer Kirche, einem Andachtsraum, einer Friedhofskapelle oder unter freiem Himmel am offenen Grab gehalten. Ein(e) Pastor(in), Pfarrer oder Redner(in) leitet die Trauerfeier, musikalische Begleitung, ob Orgel, Streichinstrumente, Bläser, Chor- oder Sologesang, bildet den Rahmen.
In unseren ländlichen Gemeinden werden christliche Trauerfeiern in den evangelischen Kirchen gefeiert, wobei Angehörigen anderer christlicher Konfessionen Gastrecht gewährt wird. Weltliche Trauerfeiern finden in Friedhofskapellen oder unter freiem Himmel statt. Zeugen Jehovas halten eine Andacht in ihrem Königreichssaal, unabhängig von der Beisetzung auf dem jeweiligen Friedhof, die meist vorher im kleinen Kreis still erfolgt.
In größeren Gemeinden finden alle Trauerfeiern in Friedhofskapellen statt.

Wer als Angehöriger, ob Familie oder Freund, Worte des Abschieds oder des Gedenkens sagen möchte, oder musikalisch teilhaben möchte, findet hier Gelegenheit.


Besondere Ehrerbietungen sollten mit dem Pastor/Redner abgestimmt werden.

Vereine oder Gruppen treten oft geschlossen auf, um einem Mitglied die letzte Ehre zu erweisen, tragen vielleicht auch den Sarg zu Grabe, eventuell angeführt von Fahnenträgern oder einer Musikkapelle, bzw. am Grab empfangen von Horn- oder Trompetenbläsern.
Sargträger aus dem persönlichen Umfeld, ob Nachbarn, Vereinsmitglieder oder Feuerwehrkameraden, zeigen ihre Nähe zur Familie oder zum Verstorbenen. Wird dieser letzte Ehrendienst nicht angeboten oder von den Angehörigen nicht angenommen, wird die örtliche Trägergemeinschaft gegen ein Entgelt beauftragt.

Soll der Sarg nach einer Trauerfeier zur Einäscherung überführt werden, bleibt er meist in der Kirche stehen. Die Teilnehmer der Trauerfeier können dann beim Verlassen der Kirche am Sarg Abschied nehmen und vor der Tür den Angehörigen kondolieren. Es ist auch möglich, den Sarg nach der Trauerfeier aus der Kirche direkt ins Überführungsfahrzeug tragen zu lassen.

Da nicht jeder Teilnehmer per Handschlag kondolieren kann, sollten die Angehörigen sich etwas neben den Ausgang stellen. Dann bleibt jedem überlassen, ob der Kontakt zur Familie gesucht wird, oder ein stilles Entfernen möglich ist. Die Urnenbeisetzung findet dann in gewünschter Form einige Tage später, meist im
engsten Familienkreis statt.

Traditionell findet im Anschluss an die Trauerfeier und Beisetzung eine Kaffeetafel statt, meist im größeren Rahmen mit öffentlich oder durch Trauerbriefe geladenen Gästen oder im kleinen Kreise der Familie.

Vielfach wurde eine größere Kaffeetafel nach anfänglicher Skepsis doch als sehr hilfreich empfunden, bietet sie doch Gelegenheit, im Gespräch die Erinnerung an gemeinsam erlebtes zu wecken und von der Trauer um den geliebten Menschen etwas abzulenken.

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